Unisono Sabine von Bassewitz Fotografie
Die Uniform hat einen schlechten Ruf: Wir assoziieren mit ihr den stumpfen Gleichschritt des Militärs, Gleichschaltung und Unauffälligkeit. Sie gilt als Synonym für Konformismus und als Gegenpart der Individualität.
Durch meine Arbeit möchte ich die Uniform in einem anderen Licht zeigen. Ich habe Gruppen von Menschen fotografiert, die sich aus freien Stücken uniformiert in eine uniformiert agierende Gruppe begeben und ihre Uniform mit großer Sorgfalt und Wertschätzung behandeln.
Die freiwillige Uniform kommuniziert auf vielfältige (und mitunter sehr fantasievolle) gemeinsame politische, gesellschaftlicheund kulturelle Standpunkte an die Außenwelt und bietet intern einen Raum zum gemeinsamen Ausleben von Ritualen sowie das Gefühl von Gemeinschaft und Geborgenheit Die Motivationen der einzelnen Menschen, sich in ein derartiges Gefüge hineinzubegeben, sind wie die Gruppierungen selbst höchst unterschiedlich. Neben dem generell vorhandenen Wunsch nach Gemeinschaft konnte ich folgende Beweggründe feststellen: religiöse, politische, soziale, traditionelle, sexuelle, gemeinsame musikalische Vorlieben und diverse Kombinationen davon.
Die Uniform bietet ihren Trägern die Möglichkeit, diesen Teil ihrer Persönlichkeit zu visualisieren und zu ritualisieren. Sie lebt von ihrer bildlichen Wirkungskraft und dem Spektakel ihrer Inszenierung.
Die Arbeit Unisono hing als Einzelausstellung in der Galerie Linda in Hamburg, im Museum für Europäische Kulturen inBerlin, in der Kunsthalle der Museen der Stadt Bad Kösen und unter der Schirmherrschaft von der ZEIT Campus in der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.
Sie wurde publiziert in der Erstausgabe von DIE ZEIT Campus, in DAS Magazin, Injektion und in dem Buch ‚Uniformierungen in Bewegung‘ (HG Gabriele Mentges, Dagmar Neuland-Kitzerow & Birgit Richard, Waxmann Verlag 2007) und erhielt eine Auszeichnung beim Lucky Strike Junior Designer Award 2006.



















