Introducing Berlin: Friedrichshain-Kreuzberg
Carsten Grajek

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Crazy-creative Friedrichshain-Kreuzberg

„I just wanna be different!“ Aber was genau ist eigentlich „beeing different“ in Zeiten wo „Political correctness“ und „Angepasstheit“ an der Tagesordnung sind? Genau hier wohnten und besetzten vor dem Mauerfall ’89 so genannte Alternative, Punks und Hausbesetzer einiges im Bezirk. Es ist noch heute die Hochburg der links-autonomen Szene, der Andersdenkenden, der Oppositionisten und ein Schmelztigel verschiedenster Interessengruppen. Es finden vor Ort unwahrscheinlich viele Demonstrationen für Frieden, eine gerechtere Gesellschaft und mehr Ökologie über das ganze Jahr verteilt statt. Die Umgebung demnach schnelllebig, unaufgeräumt, unkonventionell, und kaputt. Ich merke wie ich unruhig werde und nach einem Fixpunkt um mich rum Ausschau halte. Rasch gehe ich ins „Bateau Ivre“, einem Café, gegenüber vom legendären „SO36“. Ja, da bin ich auch schon abgestürzt und damit in diesem Umfeld nicht wirklich negativ aufgefallen. Ich beobachte vom Café aus wie sich Einwohner mit Studentengruppen und Touristen die Straße teilen. Als ich mich dem anschließe bin ich reißüberflutet und schalte auf Autopilot. Wahrscheinlich ein Urinstinkt, ein Überlebenskampf. Rodet das eher ab und macht einen weniger angreifbar oder geht in einem etwas kaputt und man verliert an Selbstwert?, frage ich mich. Man ist in dieser wilden Masse ja schließlich nur noch einer von vielen, kriegt das Gefühl austauschbar zu sein suggeriert und kann sich dabei schnell verlieren…

Fun Fact: Kreuzberg ist für seine türkische Community bekannt und wird daher „Little Istanbul“ genannt! Es wird Zeit die Umgebung rund um den „Kotti“ zu verlassen und in ein Stück mehr Selbstsicherheit zu kommen. Ich mache mich auf zum Viktoriapark in dem sich der dem Bezirk namensgebende Kreuzberg befindet. Er ist mit 66 m ü. NHN Berlins höchste innerstädtische Erhebung auf dessen Spitze das Nationaldenkmal von Schinkel steht, welches an den Sieg gegen Napoleon erinnert. In dem Park befindet sich außerdem ein wunderschöner Wasserfall und eine Wolfsschlucht bei der man denkt man steht wirklich im Schwarzwald. Dort fällt mir auf, dass zuvor eine innere Unsicherheit angesprochen wurde, denn ich fing an mich mit Fremden zu vergleichen und zu realisieren, dass ich mich noch nicht ganz gefunden habe. Für was stehe ich? Was mag ich? Wer bin ich oder wer könnte ich vielleicht sein? Diese Modereise scheint auch eine Art Reflektion und Selbstfindung zu sein. Don’t dare to compare!

Sturm und Drang im Leben ist schön, aber es be(er)drückt mich im Sturm und Drang zu leben. Ich favorisiere Orte bei denen ich Beständigkeit durch kiezige Strukturen und einer dadurch vermittelten familiären Atmosphäre spüren kann. Diese geben mir wiederum einen Überblick und somit innere Ruhe und Stabilität. Bleib dir selbst treu und steh zu dir und deinen Stärken. If you be yourself there is no competition – if you try to be like them: „Welcome to the hunger games!“ Gesünder ist sich zu fragen: Wer bist du nicht?, um sich nicht zu limitieren. Oder wer willst du heute sein? Wenn du nichts davon wirklich bist, dann hast du doch tatsächlich die Möglichkeit alles davon zu sein. Wie ein Chameleon sich seiner inneren Stimmung und der Umgebung anzupassen. Das ist ja irgendwie wahre Freiheit – Jeden Tag die Wahl zu haben sich selber zu zeigen und einfach nur zu sein…

Der Bezirk lehrt mich: „I just wanna BE ME!“

Introducing Berlin: Friedrichshain Kreuzberg