Introducing Berlin: Treptow-Köpenick
Carsten Grajek

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Die grüne Lunge Berlins

„Always on the run. Never rest until you rest in peace!… so zumindest fühlt sich oft das Berliner Stadtleben an. Man bleibt beschäftigt, socialized, rennt von A nach B und wie in meinem Fall gedankenverloren gegen so manche Wand. Eine Balance zwischen An- und Entspannung zu finden fällt mir teilweise immer noch schwer in diesen rasenden Zeiten. Wenn ich mich von dem Stress der City überrollt fühle liebe ich die Ruhe der Randbezirke und ich fahre dann oft nach Treptow-Köpenick. Dieser Bezirk besteht aus 42 % Grünfläche und ist somit „Die grüne Lunge Berlins“. Der perfekte Ort zum durchatmen also. Die Umgebung rund um den Großen Müggelsee hilft mir beim Reflektieren und „mich sortieren“. Der See ist übrigens eine Verbreitung der Spree und mit 766 ha Wasserfläche der größte in Berlin. An seiner tiefsten Stelle misst er 11m. Direkt in der Nähe ist der Volkspark Wuhlheide mit dem FEZ in dem meine Schwester und ich schon als kleine Kinder immer mit unserem Papi hingegangen sind und das abwechslungsreiche Freizeitangebot genutzt haben. Gossip: Meine Oma ist in diesem Bezirk geboren. Im beschaulichen Friedrichshagen und tatsächlich mit Spreewasser getauft worden. Sie schwärmt immer noch von der Bölschestraße, der Haupt- und Einkaufsstraße Friedrichshagens und der architektonischen Highlights, welche unterschiedliche Bauhöhen aufweist. Hier gibt es viele herrschaftliche Gründerzeit- und Jugendstilbauten. Sehr idyllisch!

Mein Streifzug durch den Bezirk führt mich auch an die alte Adresse meines Ur-Großvaters, der hier in der Nähe des S-Bahnhof Köpenicks einen Frisörsalon hatte, am Stellingdamm 1 direkt an der Eckkneipe „Hauptmann von Köpenick“. Es ist immer wieder schön seine Wurzeln zu ergründen… Szenenwechsel: Für einen kurzen Moment werde ich melancholisch und kehre in mich als ich durch die verwilderten Erinnerungen meiner Kindheit im Spreepark Plänterwald langlaufe. Was in vergangenen Tagen das Ausflugsgebiet Nummer 1 in meiner Familie war, ist heutzutage zu einer stillgelegten, historischen Sehenswürdigkeit mutiert. Ich gehe vorbei an der mit Bäumen und Gräsern zugewachsenen Achterbahn in dessen Wagons meine Schwester und ich uns um unser Leben kreischend festhielten. Oder dem früher rotierenden Kaffeeservice im Eingangsbereich in dem erst wir uns drehten und drehten bis sich dann unser Magen mit all den Süßigkeiten drehte und drehte. Wie unbeschwert doch diese Zeit war. Unser Lachen höre ich in meinem Kopf immer noch…

Als Hommage an diese Zeit ist dieser Look entstanden. Es sind die Helden und Referenzen meiner Kindheit und Jugend die ich durch Krümelmonster-Socken, Glücksbärchie-Patch und Pin zeige. An die Zeit in meinem Leben, als ich mich gar nicht ausruhen wollte. Damals hat man noch nicht die Logik auf den Kopf gestellt und das Gefühl mit sich rumgetragen man würde dauerhaft etwas verpassen, sondern einfach nur Purzelbäume geschlagen. Ja es ist immer wieder schön hierher zu kommen, sich dessen bewusst zu werden und seinen inneren „Insecure Superhero“ eine Auszeit zum Luft holen zu gönnen. Um die Anspannung zu lösen und sich im Anschluss auf neue Abenteuer zu stürzen genau so wie damals!

Der Bezirk lehrt mich: „You need to take your time-out & take a deep breath!“

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